Jedes dritte Unternehmen erleichtert Frauen den Wiedereinstieg
Spezielle Wiedereinstiegsprogramme für Frauen gehören noch längst nicht zur Normalität auf dem deutschen Arbeitsmarkt, aber das Instrument gewinnt an Beliebtheit: Jedes dritte der Unternehmen, die erfolgreich an einer Studie des international tätigen Researchunternehmens CRF teilnahm, bietet entsprechende Hilfsleistungen an. Knapp die Hälfte dieser Firmen besitzen zudem für ihre Mitarbeiterinnen eigene Vertrauenspersonen und bieten Mentoring für den Berufseinstieg an.
Die Unternehmensberatung CRF schließt aus den Studienergebnissen, dass Unternehmen das Thema der Frauen- und Familienförderung mittlerweile immer wichtiger nehmen. Mentoring-, Coaching- und Karriereberatungsprogramme hätten früher nur einem kleinen ausgewählten Führungszirkel zur Verfügung gestanden und würden nun für weite Mitarbeitergruppen geöffnet: Gut 50 % der Unternehmen gaben an, dass diese Programme allen Mitarbeitern angeboten werden, bei einem weiteren Drittel standen sie dem gesamten Managementbereich zur Verfügung: “Seit wir von angebotsorientierten Personalmärkten sprechen und davon, dass es für Unternehmen überlebenswichtig wird, die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden zu kennen, setzen die Unternehmen verstärkt auf die Kompetenz von Frauen«, so die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Ihsen vom Fachgebiet Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften an der TU München, die die Studien »Top-Arbeitgeber für Ingenieure« fachlich begleitet.
Doch auch das belegen die Zahlen: Noch immer sind Frauen beispielsweise im Bereich des Ingenieurwesens unterrepräsentiert: Fast 40 % der Unternehmen gaben 2009 an, dass der Anteil an Ingenieurinnen in ihrem Unternehmen lediglich bei 6 bis 10 % liegt. Bei einem weiteren knappen Drittel liegt der Anteil bei 3 bis 5 %, bei 14 % sogar noch darunter.
Für Thorsten Jacoby, International Publishing Manager von CRF, steht fest: »Ein wesentlicher Teil effektiven Innovationsmanagements ist heute, den besonderen Bedürfnissen und Anforderungen von Frauen entgegenzukommen. Waren Arbeitsplätze in den Führungsetagen früher allein auf eine männliche Belegschaft zugeschnitten, so ist mittlerweile auch mit Zahlen ganz klar zu belegen, dass nur diejenigen Unternehmen zukunftsfähig sind, die den individuellen Ansprüchen der Mitarbeiter und insbesondere der Mitarbeiterinnen entgegenkommen. Doch wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung, die die Unternehmen gezielt voran treiben müssen - auch und gerade in Krisenzeiten!«










Hinterlassen Sie Ihren Kommentar!